Saatgedanke
Positive und negative Gedankenkeime
Die Menschheit schreitet in den industrialisierten Ländern wie auch in den Schwellenländern sehr rasch voran. Unaufhörlich angetrieben durch die Eigenschaft von Rajas (Sanskrit, Dynamik), bewegt sich das menschliche Denken mit einer hohen Geschwindigkeit. In diese Gedankenwelt werden gemäss dem Plan Samen aus höheren Kreisen eingebracht, um einen evolutionären Sprung nach vorne zu bewirken. Wenn die Ebene des Lichts aktiv ist, neigt auch die Ebene der Dunkelheit dazu, aktiv zu sein. Je mehr Saatgedanken des göttlichen Plans eingebracht werden, desto mehr entstehen auch gedankliche Saaten der diabolischen Seite. Ebenso wie die Menschheit fortschreitet, werden auch viele Versuche unternommen, diesen Fortschritt aufzuhalten und sogar Rückschritte herbeizuführen.
Positive Gedanken entspringen der supramentalen Ebene, während negative Gedankenkeime sich auf dem Boden der menschlichen Schwächen entwickeln und meist emotionaler Natur sind. Das menschliche Gedankenfeld muss vor negativen Gedankenkeimen geschützt werden, indem wir positive Saatgedanken pflegen. Es ist unsere Aufgabe, uns durch Gebete und Meditation auf den Göttlichen Plan auszurichten, die evolutionären Saatgedanken zu empfangen und diese in Handlungen umzusetzen. Wir haben besonders darauf zu achten, dass unsere emotionalen, vitalen und physischen Körper nicht durch eine negative Orientierung geschwächt werden. Jede Schwäche auf der Emotional- oder Vitalebene öffnet den negativen Energien Zugänge, durch die sie eindringen und die Arbeit guten Willens behindern oder gar zerstören können: „Möge sich durch die Menschheit der Plan der Liebe und des Lichts entfalten und die Tür zum Übel zusiegeln“. Dies ist ein machtvoller Saatgedanke, der von den Meistern verkündet wurde.
Wir können unser Bewusstsein emporheben und Stabilität erreichen, indem wir uns mit dem Selbst, der Seele verbinden und so stabil bleiben. Unser inneres Selbst ist das Allerstabilste. Wir können auch Stabilität erlangen, indem wir Verbindung mit Menschen halten, die innerlich stabil sind. Auch verleiht es uns Stabilität, wenn wir uns mit dem reinen Himmel verbinden oder einen felsenfesten Berg betrachten.
Solange wir Gedanken guten Willens aufrechterhalten, sorgt dies dafür, dass durch unsere Worte und unser Tun der gute Wille in die Tat umgesetzt wird. Es sollte unser Wille sein, im guten Willen zu leben und zu arbeiten. Wie Meister D.K. es ausdrückt, geht es um den Willen zum Guten und dass wir uns darin verankern. Wenn unsere ganze Aufmerksamkeit der Arbeit guten Willens dient, werden die Menschen und die Ressourcen, die wir brauchen, zu uns kommen, solange wir den Gedanken guten Willens aufrechthalten. Der gute Wille gibt den Plan und auch die Menschen, durch die er arbeitet. Wir sollten nicht denken, dass die Menschen wegen uns zu uns kommen. Sie kommen wegen der Arbeit guten Willens. Durch die Saatgedanken des guten Willens wird sich der Plan langsam manifestieren. Die Eingeweihten wissen dies und lehren, nicht nach Geld, sondern nach dem guten Willen Ausschau zu halten.
Gute Motive hegen
Ein Saatgedanke ist wie ein Samen, den wir in die Erde bringen. Durch die Zusammenarbeit von der Erde und ihrer Feuchtigkeit, dem Sonnenstrahl, der Luft usw. beginnt das winzige Samenkorn zu wachsen. Wenn wir kein Samenkorn ausbringen, geschieht nichts. Auch ein Gedanke guten Willens muss verankert werden, und wir müssen ihm Zeit lassen, um zu wachsen. Wir benötigen Geduld. Wenn wir ihm keine Zeit geben, wird daraus nichts. Es ist, als ob wir heute einen Samen säen und ihn morgen schon wieder ausgraben, um ihn anderswo einzusetzen.
Es ist wichtig, im Leben ein Ziel zu haben und all unsere Energien darauf auszurichten. Haben wir uns für ein Ideal oder ein Ziel entschieden, ist wichtig, dies als einen Saatgedanken lange Jahre in unserem Denken zu behalten. Das gilt für weltliche Angelegenheiten wie auch für die spirituelle Praxis. Wenn wir zu allen Zeiten gute Motive hegen, reinigt dies die mentalen Schichten unseres Körpers und bringt mühelos Reinheit im Sprechen und Handeln hervor. Es ist die einzige Möglichkeit, unser Denken zu reinigen. Solche Saatgedanken öffnen das Herz zu einem besseren Leben. Wenn wir eine Handlung mit guten Motiven beginnen, sie sich aber als schlecht herausstellt, brauchen wir uns nicht schuldig zu fühlen. Schuld steht mit dem Motiv in Verbindung. Das Motiv entscheidet über die Konsequenzen. Ist unser Motiv rein, erzeugt es keine Konsequenzen. Wenn wir mit guten Motiven handeln, wächst unser Mentalkörper immer mehr in Richtung Erleuchtung.
Meister CVV sagt: „Wenn ihr mich anruft, empfangt ihr meine Gegenwart und seht dann, was im Inneren geschieht.“ Je mehr wir in der Lage sind, innerlich zu beobachten, desto mehr gute und intuitive Ideen können wir erhalten. Doch wenn wir ständig intuitive Gedanken haben, bleibt keine Zeit, um für ihre Verwirklichung zu arbeiten. Es ist wichtig, den Saatgedanken zu empfangen; danach können wir das Knowhow bekommen und unsere Arbeit tun. Es nützt nichts, immer mehr zu wissen, wenn wir nicht bereit sind, es anzuwenden.
In Stille kommunizieren
Die Meister erfassen den Plan in Stille und übermitteln ihn an Menschen, die in sich hineinhorchen können und den Plan in die Praxis umsetzen. Ein Wissender kann in einem Samen den Baum erkennen. Wenn wir in der Lage sind, die feinstofflichen Ebenen zu sehen, dann brauchen wir nicht die dichteren Ebenen erkennen. Deshalb werden in fortgeschrittenen Lehren nur Saatgedanken gegeben und keine ausführlichen Darstellungen. In den esoterischen Kreisen geschieht das Lehren mehr durch Eindruck als durch Ausdruck, da dies einfacher ist. Poetisch gesprochen sagt man, dass der Allerhöchste, von dem der Klang ausgeht, in Stille unter einem Baum verweilt und zu seinen Jüngern in Stille spricht. Dabei hebt er die rechte Hand empor, während sich Daumen und Zeigefinger berühren.
Unser Ursprung ist ein Zustand 'Ohne Gedanken'. Von der Ebene 'Ohne Gedanken' dringt eine einzige Idee zu uns durch. Die Idee wird durch Stille kommuniziert. Bevor die Idee entsteht, existieren wir als die Grundlage. Wenn wir uns in der Bewusstheit befinden, ist es im Grunde unmöglich, ohne Gedanken zu sein. Sobald wir bewusst sind, ist auch schon ein Gedanke da. Daher werden wir angewiesen zu meditieren, um so erste Eindrücke von der Bewusstheit zu bekommen. „ICH BIN jedes Wesen“, lautet der Saatgedanke für die Meditation.
Die alten Schriften des Orients besagen, dass es vier Stufen von Vak, dem göttlichen Wort gibt - Para, Pasyanti, Madhyama und Vaikhari. Para ist der Geburtsort des Wortes, der Zustand der reinen Existenz. Im Pasyanti-Zustand erscheint das Wort als Saatgedanke oder Idee. Im Madhyama-Zustand nimmt es die Form eines Sprachsatzes an. Im Vaikhari-Zustand wird es ausgesprochen. Diese vier Zustände von Vak sind zugleich die vier Zustände der Schöpfung. Der vierfache Kosmos ist in seiner objektiven Form Vaikhari Vak. Das Licht des Logos ist der Madhyama-Zustand. Der Logos selbst befindet sich im Pasyanti-Zustand, doch sein Ursprung liegt im Para-Zustand. Somit sind die Welt und der Kosmos von Natur aus vierfach.
Die Idee oder der Plan kommt in Stille aus dem Hintergrund hervor. Diese kleine Idee des Saatgedankens dehnt sich zu einem grossen Gedanken aus. Es heisst, dass ausgehend vom Zustand 'Ohne Gedanken' hin zu einem Saatgedanken in uns eine zehnfache Expansion geschieht. Der Saatgedanke oder die Idee entwickelt sich zu einem Gedanken, der wiederum zehnmal umfangreicher ist als die Idee. Dann wird der Gedanke in Sprache gefasst, was weiter eine zehnfache Ausweitung bringt. Schliesslich sprechen wir einfach, um eine Sache mitzuteilen. Die Kommunikation durch Sprache ist ein Kommunizieren auf der vierten Ebene. Heutzutage benötigen wir so viele Worte, um ein Konzept darstellen zu können.
Was wir Telepathie nennen, ist ein Kommunizieren auf der dritten Ebene. Die Übermittlung von Ideen geschieht auf der zweiten Ebene. Zwischen den Ashramen der Meister und in den Höheren Systemen wird die Kommunikation in Stille geführt. So bedarf es unter den Jüngern auch keiner gesprochenen Worte zur Kommunikation. „Je weniger wir sprechen, desto besser ist es“, ist das Verständnis der inneren Kreise.
Der Saatklang des Jahres
Am Widder-Vollmond wird von Sanat Kumara, dem Herrn des Planeten, ein Saatklang empfangen, der in höheren Kreisen angestimmt wurde. Dieser Klang ist der Jahresplan für den Planeten Erde. Der gesamte Plan des Planeten für ein Jahr wird in einem einzigen Saatklang vermittelt. Sanat Kumara und seine Mitarbeiter, die Dhyani Buddhas, hören dem Saatklang zu. Sie meditieren einen Monat lang über diesen Saatklang. Zum Vollmond im Stier geben sie durch Gautama Buddha den Saatgedanken für das Jahr in Einzelheiten an die im Vaisakh-Tal versammelten Meister der Hierarchie mit ihren Jüngern weiter. Um jenen Klang in sich zu vergegenwärtigen und ein Verständnis vom Jahresplan für den Planeten zu erhalten, trifft sich die Hierarchie mit ihren Jüngern jährlich im Vaisakh-Tal. Dieses Ereignis ist als Wesak oder Vaisakh-Fest bekannt.
Beim Zwillinge-Vollmond gibt die Hierarchie den Jahresplan für den Planeten an die Menschheit weiter. Die Jünger, die auf die Meister ausgerichtet sind, empfangen den Saatgedanken. Dieser Gedanke wird dann die restlichen neun Monate des Jahres auf dem Planeten ausgearbeitet, ohne dabei viel über die Hierarchie zu sprechen. So wird der Zwillinge-Vollmond als der Vollmond der Menschheit betrachtet.
Wo wirklich gearbeitet wird, da wird weniger gesprochen. Deshalb sagte ein Meister zu einem Schüler, der zu ihm kam und mehr über Dinge wissen wollte: „Tue das, was du über UNS weisst!“ Das ist alles. Die Meister unterstützen keine unnötigen Äusserungen. Meister D.K. spricht von Einsamkeit: „Vor allem Einsamkeit! In der Einsamkeit kannst du deiner Seele begegnen! In der Einsamkeit kannst du nach innen schauen und zurückschauen. In der Einsamkeit kann dir dein Meister begegnen. In der Einsamkeit erhalten deine Energien Stabilität.“ Er empfiehlt, damit zu beginnen, eine halbe bis eine Stunde pro Tag und einen ganzen Tag pro Woche allein zu sein, um uns selbst zu begegnen und uns neu zu organisieren.
Verwendete Quellen: K.P. Kumar: Klang - Der Schlüssel und seine Anwendung. Div. Seminarnotizen. Edition Kulapati. D-Münster (www.kulapati.de).







