{"timeout":"7000","width":"990"}
  • Weisheit ist für die Praxis
  • Weisheit ist angewandtes Wissen
  • Weisheit verbreitet sich selbst

Weisheit ist für die Praxis

Weisheit ist für die Praxis, nicht für ständiges Sprechen. Wenn wir immer wieder über die Meister, die Strahlen und die Hierarchien sprechen, verpassen wir nur unsere Pflichten für die Gegenwart.

Weisheit ist angewandtes Wissen

Angewandtes Wissen wird zur Weisheit. Wir erwerben viel Wissen, doch es muss im täglichen Leben angewendet werden, dann verwandelt es sich in Weisheit. Durch Weisheit werden wir die Existenz erfahren.

Weisheit verbreitet sich selbst

Wir brauchen nicht darum besorgt sein, die Weisheit zu verbreiten, ohne mit ihr an uns selbst zu arbeiten. Es ist ein falsches Verständnis, wenn man glaubt, die Weisheit verbreiten zu können. Die Weisheit weiss, wie sie sich selbst verbreiten. Sie braucht keine Kanäle.

Vishvamitra

König Kaushika

Vishvamitra

In Indien gibt es ein Familien-Geschlecht (Gotra), das „Kaushika“ heisst und das überaus stark mit dem Ersten Strahl des Willens verbunden ist. Die Familie geht auf einen berühmten König der Dynastie der Kushikas zurück, der Kaushika genannt wird. Kaushika war ein grosser Krieger-König, den keiner seiner Zeitgenossen besiegen konnte. Er wurde später zu einem der grössten Seher und erhielt den Namen Vishvamitra, was „Freund des Universums“ bedeutet.

Eines Tages war König Kaushika mit seinen Soldaten, Pferden und Elefanten im Wald unterwegs, um wilde Tiere in ihren Lebensraum zurückzutreiben, damit die Tiere nicht in die Lebensräume der Menschen eindringen. Als der König und seine Leute müde und hungrig wurden, entdeckten sie den Ashram des grossen Weisen Vasishta.

Vasishta empfing sie mit allen dem König gebührenden Ehren. In kürzester Zeit stellte er dem König und seiner ganzen Gefolgschaft ein bestes Essen und alle möglichen Annehmlichkeiten zur Verfügung. Der König war sehr überrascht und wollte wissen, wie es möglich war, mitten im Wald so viele Leute gleichzeitig und in so kurzer Zeit zu versorgen. Vasishta zeigte auf eine Kuh und sagte: „Das ist die Kuh, die mir alles gibt, um was ich sie bitte.“ Kaushika sagte zu Vasishta: „Es wäre viel besser, wenn diese Kuh bei mir im Palast wäre. Das wäre ein grosser Dienst für die gesamte Nation. Welchen grossen Nutzen kann sie dir hier in deinem Ashram bringen?“

Vasishta antwortete: „Diese Kuh wird nicht in dein Königreich mitkommen. Sie ist nur für jene, die versuchen, die Wahrheit zu erkennen und dadurch zu Weltdienern werden.“ Kaushika erwiderte: „Ich bin der König und du bist ein Untertan meines Reichs und musst mir gehorchen! Du musst mir diese Kuh geben.“ Vasishta entgegnete: „Wenn diese Kuh mit dir gehen möchte, kannst du sie mitnehmen, aber wenn sie das nicht will, wirst du sie nicht mitnehmen können.“

Die Soldaten wollten die Kuh einfangen, doch sie konnten sich ihr nicht nähern – aus der Kuh flogen Pfeile heraus. Auch König Kaushika, der einige himmlische Kräfte besass, gelang es nicht, sie zu packen oder festzubinden. Er wurde zornig und versuchte sie zu töten. Er schoss mit Pfeilen auf sie und von der Kuh kamen Pfeile zurück. Er rief himmlische Waffen an und benutzte sie gegen die Kuh. Doch musste er feststellen, dass die Kuh viel mächtiger war als er.

Kaushika fragte Vasishta: „Was hat es mit der Kuh auf sich? Ich will sie haben.“ Der König wollte den Weisen zwingen, der Kuh zu befehlen, mit ihm zu kommen, doch er konnte nichts erreichen. Vasishta sagte: „Die Kuh ist das Erzeugnis meiner Kontemplation. Diese Kräfte werden nicht zu dir kommen, weil sie sich aus mir entwickelt haben. Sie bleiben nur bei mir. Ich kann sie benutzen, du kannst sie nicht mitnehmen.“

Der König war überrascht: „Wenn es wirklich so ist, ist meine königliche Macht nichts im Vergleich zu deiner. Zeige mir, wie ich zu solch einer Kuh und zu einer solchen Art von Energie kommen kann.“ Daraufhin gab Vasishta ihm den Weg der Meditation. Der König war ein Mensch des ersten Strahls. Er folgte dem Rat von Vasishta. Um zu meditieren, übertrug der König das Königreich seinen Kindern und ging in den Wald. Viele Jahre lang führte er sehr feurige Meditationen durch und gelangte in tiefe Kontemplationen. Er bekam Offenbarungen und erwarb spirituelle Kräfte. Immer wieder wollte er sich mit Vasishta messen, ob er die gleichen Kräfte wie der Weise habe. Vasishta lächelte nur: „Du kannst es versuchen, aber du wirst scheitern. Setze deine Meditation fort.“

So meditierte Kaushika immer weiter, erreichte grösste Höhen und erlangte gewaltige Kräfte. Er konnte jedoch Vasishta nicht besiegen, weil es in Vasishta nichts gab, was kämpfen und gewinnen wollte. Kaushika kam an den Punkt, wo er den Rand von Brahman berührte, d.h., er war im Begriff, in einen Zustand der Nicht-Existenz absorbiert zu werden. Hier erkannte er, dass sein Instinkt, den anderen besiegen zu wollen, das entscheidende Hindernis war. Vasishta strebte nicht nach Kräften, er lebte einfach in der Leichtigkeit des Seins.

Freund des Universums

Kaushika lernte allmählich, all seine Kräfte für das Wohlergehen der ganzen Schöpfung einzusetzen. Er wurde zu einem Freund des Universums. Und so wurde ihm von den Rishis der Name „Vishvamitra“ gegeben (Vishva: Universum, Mitra: Freund). Zuvor war er ein machtsüchtiger und zorniger König gewesen. Durch die lange Zeit des feurigen Strebens und Lernens hat er sich zu einem grossartigen Wesen entwickelt. Er wurde zwar kein Brahmarshi - der Status von Vasishta, mit dem er sich immer verglichen hatte.

Letztlich hat ihn auch Vasishta hoch geschätzt. Vishvamitra wurde ein grosser Seher, ein Maharshi, und er erlangte die Gunst der Kuh: das göttliche Wort. Die vedischen Seher sagen, dass die göttliche Mutter das Wort schenkt. Die gesamte Natur arbeitet mit jenen zusammen, die das Wort kennen. Damit können wir von der Natur alles melken, zum Nutzen und Wohlergehen anderer Lebewesen. Mutter Natur kam in Form eines Mantras zu Vishvamitra, das wir als Gayatri-Mantra singen. Damit hat er der Menschheit einen grossen Schlüssel zum Licht gegeben. Vishvamitra gab dieses Mantra allen, die ein reines Leben, physisch, emotional und mental, führen wollten.

Sri Rama

In der Zeit, als Sri Rama, eine Verkörperung des göttlichen Gesetzes, auf Erden lebte, gab es eine Gruppe schwarzer Magier, die stets gegen das Wohl der Menschen und die alte Weisheit arbeiteten. Sie wurden Rakshasas genannt. Sie behinderten stets die frommen Rituale der Einsiedler und verschmutzten die Einsiedeleien. Sie versuchten, die Tradition der alten Weisheit zu zerstören und töteten auch die Weisen. Die Einsiedler versammelten sich und baten Vishvamitra um Schutz. In seiner Kontemplation konnte Vishvamitra den damals 16jährigen Rama als den Weltlehrer sehen, der die Rakshasas besiegen, die Einsiedlerfamilien beschützen und das göttliche Gesetz etablieren könne.

Vishvamitra wandte sich an den Ramas Vater und bat ihn, Rama mit ihm zu schicken, um die Rituale der Einsiedler zu schützen. Ramas Vater fürchtete sich davor, den Jungen mit den Diabolischen kämpfen zu lassen. Der Seher sagte dem König: „Du siehst nur einen Jungen in ihm. Dein Meister, Vasishta, und ich sehen in ihm einen Retter der Welt. Die Zeit ist gekommen, dass er arbeiten soll. Schicke ihn mit mir.“ Auch Vasishta empfahl dem König, Rama mit Vishvamitra gehen zu lassen. So entfaltete sich der Plan.

Rama und sein Bruder Lakshmana folgten Vishvamitra. Er weihte die beiden Brüder in die Geheimnisse der göttlichen Waffen und supramentalen Kräfte ein, um die Rakshasas zu unterwerfen. Die Brüder nahmen an einem grossen Versammlungsritual der Rishis im Einsiedlerdorf von Vishvamitra teil. Sie blieben dort und bewachten das Ritual Tag und Nacht. Es war ein grosser Erfolg, und alle waren sehr glücklich.

Vishvamitras Geschlecht wurde in Indien über sehr lange Zeit weitergeführt. In diesem Geschlecht liegt der Schwerpunkt im eigenen Bemühen um Umwandlung. Man handelt so, dass das Licht herabkommen muss, und wartet nicht auf dessen Gnade.

In einem späteren Zeitalter zerstörte der Weise Vishvamitra den Familien-Clan von Krishna, die Yadavas, als einmal eine Gruppe Jugendlicher ihn testen wollte. Sie verkleideten einen jungen Mann als schwangere Frau und baten ihn scheinbar verehrungsvoll, ihnen zu sagen, ob diese junge Frau einen Jungen oder ein Mädchen zur Welt bringen werde. Der Seher schaute sie an und sagte: „Ihr seid so arrogant und unverantwortlich. Euer schlechtes Benehmen hat die Grenzen überschritten. Deshalb wird dieser Junge einen Eisenklumpen zur Welt bringen. Dies wird eure Gruppe und eure Familien zerstören.“ Vishvamitra wunderte sich über die Worte, die durch ihn kamen. Doch so wurde der gesamte Clan von Krishna, der verdorben geworden war, durch die Kraft von Vishvamitra zum Wohl des Universums vernichtet.

Lokayata - St. Germain

In der Linie von Vishvamitra inkarnierte in der Zeit von Krishna auch derjenige, den wir in späteren Leben als Graf St. Germain kennen. Sein Name war damals zunächst Munda Kaushika. Als er 12 Jahre alt war, beschloss er, sein Leben der Wissenschaft der Magie zu widmen. Er ging nach Nordindien, um dort in die geheimen magischen Institutionen einzutreten. Er wurde der Schüler von Chanda Kaushika, einem Meister der Magie, und durchlief die sehr strenge Disziplin seiner Schule. Munda Kaushika lernte sehr schnell, weil er einen starken Willen besass. Mit 35 Jahren war Munda Kaushika ein Meister des magischen Wissens. König Kamsa aus Mathura in Zentral-Indien engagierte ihn als seinen Lehrer. Sich als Lehrer anstellen zu lassen, war ein Fehler, denn damit unterstellt sich der Lehrer den Zielen des Schülers. Kamsa nutzte sein Wissen und seine Kräfte gegen das Kind Krishna. Doch Krishna als Meister-Magier konnte alles abwenden.

Abgestossen vom schlechten Verhalten seines Schülers, verschwand Munda Kaushika aus Mathura und ging nach Nepal. Dort setzte er seine kontemplativen Übungen fort. Er erhielt den Ruf, eine Schule aufzubauen im Geiste des Charvaka-Denkens - welches das allgegenwärtige Wesen, das wir 'Gott' nennen, ablehnte - und Jugendliche in der Wissenschaft der Magie auszubilden. Man schmeichelte seinem Ego; er geriet in Schwarze Magie und in einen gewaltigen Konflikt. Er wurde zum Magier Lokayata, den Meister EK in „Musik der Seele“ beschreibt. Durch die Berührung von Lord Krishna wurde er umgewandelt und kehrte zur Weissen Magie zurück.

In der Schule in Nepal, 3000 Jahre vor Christus, waren mehrere, die heute grosse Eingeweihte sind. Meister St. Germain - wie wir ihn heute nennen - und Meister Djwhal Khul gingen dort in nur wenigen Wochen Abstand durch die dritte Einweihung. Beide wurden zu Krishnas Lebenszeit zu Adepten umgewandelt und in die Hierarchie aufgenommen.

Verwendete Quellen: K.P. Kumar: Asvins - The Twin Gods. Dhanishta, Visakhapatnam, Indien (www.aquariusbookhouse.com). E. Krishnamacharya: Musik der Seele. Edition Kulapati. D-Münster (www.kulapati.de): Div. Seminarnotizen.