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  • Weisheit ist für die Praxis
  • Weisheit ist angewandtes Wissen
  • Weisheit verbreitet sich selbst

Weisheit ist für die Praxis

Weisheit ist für die Praxis, nicht für ständiges Sprechen. Wenn wir immer wieder über die Meister, die Strahlen und die Hierarchien sprechen, verpassen wir nur unsere Pflichten für die Gegenwart.

Weisheit ist angewandtes Wissen

Angewandtes Wissen wird zur Weisheit. Wir erwerben viel Wissen, doch es muss im täglichen Leben angewendet werden, dann verwandelt es sich in Weisheit. Durch Weisheit werden wir die Existenz erfahren.

Weisheit verbreitet sich selbst

Wir brauchen nicht darum besorgt sein, die Weisheit zu verbreiten, ohne mit ihr an uns selbst zu arbeiten. Es ist ein falsches Verständnis, wenn man glaubt, die Weisheit verbreiten zu können. Die Weisheit weiss, wie sie sich selbst verbreiten. Sie braucht keine Kanäle.

Toleranz

Die Toleranz von Mutter Erde

Toleranz

Im Mahabharata wurde die Frage gestellt: Wer ist der Toleranteste im Universum? Die Antwort lautet: Das ist Mutter Erde, denn die Erde ist der Ort, wo die unerfahrensten und unwissendsten Wesen leben. Mutter Erde trägt und erträgt sie alle. Dies ist keine leichte Aufgabe. Die anderen Planeten unterscheiden sich von der Erde, da die Wesen auf ihnen wissender sind. Nur die Erde mit ihrer Toleranz erträgt geduldig die Masse der auf ihr lebenden unwissenden Wesen.

Als wir irdische Körper bekamen, um auf der Erde bestimmte Dinge zu lernen, war die Grundidee: Geht und lernt Toleranz. Wir lernen, unsere Unwissenheit zu überwinden und die Unwissenheit anderer zu tolerieren. Ohne die Grundlage von Toleranz, Geduld und Langmut können wir uns nicht erheben. Die Entwicklung von Weisheit und Liebe helfen, unsere Einheit mit allem Leben zu erkennen und vollkommen zu werden.

Toleranz ist die tiefgründigste aller Tugenden. Toleranz ist eine Eigenschaft des Herzens. Sie ermöglicht es dem Herzen, sich zu entfalten und anpassungsfähig zu sein. Toleranz befähigt zu Nachsicht, Vergebung und Zurückhaltung. Die Toleranten werden in der feinstofflichen Welt bewundert und respektiert. Ihnen steht die Zusammenarbeit in der feinstofflichen Welt zur Verfügung, sodass sie sich schneller entwickeln.

Die Unfähigkeit, Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, Ideologien und Gewohnheiten zu akzeptieren, entsteht aus Intoleranz. Plötzliche Ereignisse stören die Toleranten nicht, während die Intoleranten sich stören lassen und zu solchen Störungen beitragen, was zu Verwirrung in ihrer Umgebung führt. Intolerante Menschen sind die Unwissendsten. Sie neigen sogar dazu, bösartig zu sein.

Die Schriften sagen, dass es innerhalb der Erde sieben Ebenen gibt. Oberhalb der Erde gibt es sieben Ebenen grösserer Freude und grösseren Lichts. Auch unterhalb der Erde gibt es sieben Ebenen, die wir die höllische Welt nennen, in die wir zur Vergeltung gestossen werden können. Die Erde ist barmherzig, sie hat enorme Nachsicht, Geduld und Toleranz. Sie versucht, uns so viel wie möglich zu ertragen, und wenn sie uns nicht mehr ertragen kann, dann stösst sie uns in die höllischen Ebenen. Lasst uns keine Türen zu diesen Regionen öffnen.

Einbeziehung

Hohe Wesen wie Krishna, Buddha und Christus sowie alle Meister der Weisheit demonstrieren unaufhörlich Gedanken der Einbeziehung und nicht der Ausgrenzung. Sie haben niemanden ausgeschlossen. Aber viele Menschen grenzen aus und wenden sich dadurch von solch hohen Seelen ab. Starre und engstirnige Haltungen sowie mangelnde Geduld und Toleranz führen zu Ausgrenzung und Trennungen. An den Gedankenmustern, die wir nähren, können wir sehen, ob wir engstirnig oder grossherzig sind. Indem wir Gedanken von Toleranz, Mitgefühl, Menschenfreundlichkeit und Einbeziehung pflegen, erhalten wir Energie und sind glücklich.

Zu den ersten Schritten auf dem spirituellen Weg gehört es, Toleranz und Akzeptanz zu entwickeln. Ohne diese Qualitäten kann nicht viel erreicht werden. Toleranz ist die Fähigkeit, Dinge und Situationen mit Nachsicht zu ertragen. Jeder von uns hat seine eigenen Vorstellungen, wie man sich richtig verhält. Wir können es nicht tolerieren, wenn andere sich nicht nach unseren Vorstellungen von richtigem Benehmen verhalten. Können wir gegenüber anderen, mit denen wir überhaupt nicht übereinstimmen, Sympathie fühlen? Ein wenig Nicht-Übereinstimmung reicht manchmal schon, um den Faden der Herzlichkeit durchzuschneiden. Doch die Welt lebt in Verschiedenheiten.

Das Mass unserer Toleranz

Wenn einige Leute Lärm machen, gibt es einen Punkt, bis zu dem wir es ertragen können, und dann wird es für uns zu einer Störung. Was für uns eine Störung ist, muss für die anderen keine Störung sein. Es ist das Mass unserer Toleranz, das uns Menschen akzeptieren lässt. Die Menschen verhalten sich auf verschiedene Weisen und nicht notwendigerweise in Übereinstimmung mit dem, was wir für richtig halten. Wenn ihr Verhalten nicht mit unserer Vorstellung übereinstimmt, neigen wir dazu, uns auf ihre Fehler zu fokussieren. Unsere Liebe strömt nur, solange die anderen mit unserer Vorstellung von richtigem Verhalten übereinstimmen; sonst lehnen wir sie ab.

Ablehnung, Verurteilen und Hass verursachen eine grosse Spannung in uns, die sich auch auf unsere Gesundheit auswirkt. Wenn jemand uns konsequent stört, beabsichtigt die Natur, dass wir tolerant und geduldig werden. Wir sollten versuchen, uns mit Nachsicht mit der Umgebung zu beschäftigen, ohne im Denken unruhig zu werden. Durch Verurteilen von Handlungen erreichen wir nichts, aber durch Liebe und Toleranz können wir etwas erreichen. Mit Ausgeglichenheit neutralisieren wir die Schwingungen unserer Impulse und werden nicht zur Ursache impulsiver Handlungen.

Ein Eingeweihter ist eine Verkörperung der Liebe. Er hat Geduld und Toleranz, und er wartet in liebevollem Verständnis. Er urteilt nicht, kritisiert nicht, und er manipuliert nichts. Liebe verlangt Opfer und sie verlangt, die Unwissenden zu tolerieren. Jesus Christus betete gar zum Vater im Himmel, jenen zu vergeben, die ihn kreuzigten. Jeder Meister tut es. Das ist die Liebe, die keine Grenzen kennt.

Die Eingeweihten bleiben bei Ungerechtigkeiten, die ihnen zugefügt werden, gelassen. Auch von uns wird erwartet, dass wir Ungerechtigkeiten und widrigen Umständen gegenüber tolerant sind, in dem bewussten Verständnis, dass unsere eigene Vergangenheit auf uns zurückkommt und dass wir gelassen damit umgehen sollten, damit keine Konsequenzen entstehen.

Alle widrigen Situationen bringen uns bei, geduldig, tolerant und nachsichtig zu sein. Genau genommen gibt es keine an sich widrigen Umstände. Es ist das Göttliche, das zu uns kommt, um uns aus einer Situation oder einer Begrenzung zu befreien. Das Göttlichkeit nähert sich uns aus unserer Umgebung und besonders aus dem Familienkreis.

Astrologisch gesehen ist es Saturn, der uns die Fähigkeit lehrt, tolerant zu sein, zu ertragen und genauso zu arbeiten wie er, d.h. langsam, tiefgehend und langanhaltend. So langsam Saturn ist, so sicher ist er auch. Saturn bringt uns dazu, die Wurzeln von Vorlieben und Abneigungen in uns zu entfernen. Er gibt uns die Kraft und Geduld, die Dinge anzunehmen und nicht auf das Fehlverhalten anderer zu reagieren. Wenn wir Ungeduld und Intoleranz aus unserem Wesen beseitigen und lernen, unsympathisches Verhalten und Situationen zu ertragen, wo gibt es dann widrige Dinge?

Neutralisierung von Karma

Liebe, Mitgefühl, Verständnis und Toleranz führen uns auf einen neutralen Boden. Wir erlangen eine neutrale Haltung, wenn wir das Eine in allen sehen, denen wir begegnen. Dies ist die Haltung des Yoga - in allem das ICH BIN oder den Meister zu sehen. Durch diese Haltung schliessen wir alles ein und wir schliessen nichts aus. Wenn wir dies nicht tun, neigen wir ganz natürlich dazu, auf das Verhalten der anderen zu reagieren, und diese Reaktionen erzeugen Karma.

Meister CVV versprach, all unser Karma zu neutralisieren. Das Prinzip hinter der Neutralisierung des Karmas ist, dass durch Neutralität und unpersönlichem Handeln kein neues Karma entsteht. Taten leidenschaftslos mit gutem Willen auszuführen, schafft keine neuen Situationen; wir hängen nicht an diesen Taten. Erfolg oder Misserfolg der Taten hat keinen Einfluss auf uns. Wir lernen, tolerant auf Ereignisse zu reagieren, die auf uns zukommen, und so bringt uns jeder Tag Fortschritt.

Die Leute mögen einen Eingeweihten wegen seiner toleranten Haltung für unfähig halten. Er lässt sie das glauben. Die Waffen der Toleranz sind mächtiger als die Waffen des Krieges. Nur zwei Dinge werden aus Sicht der Naturgesetze nicht toleriert: das eine ist Bosheit, das andere ist Blasphemie. Alles andere wird toleriert. Diejenigen, die von ihren Motiven her boshaft sind, werden bestraft; alle anderen werden verschont.

Kriegerische Aggression

Tolerante Menschen sind eine Tugend, tolerante Regierungen sind jedoch keine Tugend. Wenn es zu einer kriegerischen oder terroristischen Aggression kommt, sollten die Herrscher reagieren und handeln. Sie sollten die Aggression nicht tolerieren, sondern Massnahmen ergreifen. Das Volk kann nicht von sich aus in einen Krieg ziehen. Normalerweise reagiert das Volk rasch, aber die Herrscher tun dies nicht. Sie tun nicht das, was sie tun müssten. Menschen spüren dies und beginnen, Dinge zu tun, die nicht ihre Aufgabe sind. Die Herrscher sollten aktiv sein, nicht passiv. Wir sollten dafür beten, dass der gute Wille über die Regierungen siegt und dass die Regierungen angemessen handeln. Einzelne, Gruppen, Nationen und überall auf dem Globus sollten Menschen guten Willens beten, warten und sich auf den göttlichen Plan einstimmen.

Die Absicht ist, dass die UNO der Schlüssel zum Weltfrieden ist. Aber es gibt noch zahlreiche Hürden zu nehmen, bis sie dieses Ziel erreicht. Die Machtenergie in den Händen der Menschheit beansprucht und verfälscht oft die edlen Ziele der UNO. Ununterbrochenes Arbeiten mit Geduld, Toleranz und Zuversicht ist der einzige Weg, bis diese noble Organisation den Vorsitz über alle globalen und internationalen Belange führen kann.

Von Zeit zu Zeit wird die kriegerische Mentalität in der Menschheit von höheren Kreisen geheilt. Gleichzeitig wird der freie Wille des Menschen niemals beeinträchtigt. Der Menschheit kann nicht geholfen werden, wenn es keine angemessene Orientierung auf das Gute gibt. Diejenigen, die sich orientieren, sind nur wenige. Diejenigen, die es nicht tun, sind viele. Wenn Uranus mit Saturn arbeitet, kann mit hoher Geschwindigkeit viel Karma der Menschheit geklärt werden.

Verwendete Quellen: K.P. Kumar: Teachings of Master Koot Hoomi, Vol. 2; Dhanishta, Visakhapatnam, Indien (www.aquariusbookhouse.com).