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  • Weisheit ist für die Praxis
  • Weisheit ist angewandtes Wissen
  • Weisheit verbreitet sich selbst

Weisheit ist für die Praxis

Weisheit ist für die Praxis, nicht für ständiges Sprechen. Wenn wir immer wieder über die Meister, die Strahlen und die Hierarchien sprechen, verpassen wir nur unsere Pflichten für die Gegenwart.

Weisheit ist angewandtes Wissen

Angewandtes Wissen wird zur Weisheit. Wir erwerben viel Wissen, doch es muss im täglichen Leben angewendet werden, dann verwandelt es sich in Weisheit. Durch Weisheit werden wir die Existenz erfahren.

Weisheit verbreitet sich selbst

Wir brauchen nicht darum besorgt sein, die Weisheit zu verbreiten, ohne mit ihr an uns selbst zu arbeiten. Es ist ein falsches Verständnis, wenn man glaubt, die Weisheit verbreiten zu können. Die Weisheit weiss, wie sie sich selbst verbreiten. Sie braucht keine Kanäle.

Gut und Böse

Wissen und Unwissenheit

Gut und Böse

Ein altes Sprichwort lehrt, wo Licht ist, ist auch Dunkelheit. Es gibt kein Licht ohne Schatten. So wie es Tag gibt, gibt es auch Nacht. Es gibt Vollmond und auch Neumond. Wo es Wissen gibt, gibt es auch Unwissenheit. Die Menschen unterteilen die Welt in Gut und Böse, aber für einen Yogi ist die Unterteilung etwas Scheinbares; sie ist nicht wirklich vorhanden.

Alles und jeder, der existiert, hat eine spirituelle Essenz. Selbst in sogenannten bösen Menschen hat ihre Existenz eine spirituelle Essenz. Existenz enthält die Essenz von allem. Die okkulte Weisheit teilt das Leben nicht in Gut und Böse, sondern in Wissen und Unwissenheit. Es gibt für die Weisen keine guten und schlechten Menschen, nur jene, die wissen und jene, die nicht wissen. Jene, die wissen, haben eine Verantwortung gegenüber jenen, die nicht wissen. Die Wissenden respektieren beide, weil sie den Zweck der beiden kennen. Mit beiden kann die Arbeit ausgeführt werden. Wir können die Unwissenden nicht ablehnen oder hassen. Wenn wir sie hassen, dann geben wir ihnen noch mehr Macht. Ein wahrer Yogi geht mit gleicher Leichtigkeit mit einem Arbeiter des guten Willens um wie mit einem Arbeiter, der sich mit dem Bösen beschäftigt.

Die Hierarchie ist neutral; sie fällt nicht in die Dualität der Schöpfung. Daher sind die Mitglieder der Hierarchie freundlich zu allen. Sie sind gleich freundlich gegenüber den Guten und den Bösen, gegenüber den göttlichen und den diabolischen Wesen. Sie haben keine Begrenzung in Bezug auf ihre Verbindungen, da sie einen Punkt erreicht haben, wo sie wissen, dass alles göttlich ist. Gleich wo sie sind, übermitteln sie göttlichen Energien in die Umgebung. Sie sorgen dafür, dass den Unwissenden und jenen, die keinen guten Willen haben, durch ihre Gegenwart geholfen wird, guten Willen zu finden. Menschen guten Willens werden dabei unterstützt, Orientierung und die richtige Ausrichtung zu finden. Selbst wenn die Hierarchie manche Wesen diszipliniert, tut sie es in Freundlichkeit und Liebe. Die Unterteilung in Gut und Böse löst sich dann auf.

Die Dualität des Lebens

Die Weisen erkennen die Dualität des Lebens und betrachten Licht und Dunkelheit oder Gut und Böse als die zwei Flügel des einen Vogels, der das Leben genannt wird. Es sind zwei Strömungen, die aus derselben Quelle stammen. Das Leben existiert in beiden; ohne sie gibt es kein Leben, keine Schöpfung.

Wir sollten das grundlegende Gesetz des Wechsels verstehen. Wie sehr wir auch mit der Dunkelheit nach Sonnenuntergang kämpfen, bleibt dennoch die Dunkelheit. Sie ist ein Aspekt der Zeit. Leben kommt ins Dasein und dann wird es vernichtet. Das Leben erscheint und zieht sich nach gegebener Zeit wieder zurück. Alles funktioniert im Wechsel. Dieses Verständnis ist wichtig. Im lebendigem Körper des Menschen, des Tieres oder der Pflanze wird in jeder Sekunde Leben und Tod erzeugt. Das Leben erzeugt das, wo wir zustimmen, und das, dem wir nicht zustimmen.

Es gibt immer zwei entgegengesetzte Strömungen, die irgendwelche Krisen auf dem Planeten oder im individuellen Leben verursachen - individuelle Krisen, Familienkrisen, Gruppenkrisen, nationale Krisen, Krisen in der Menschheit. Alle Krisen, auf jeder Ebene, haben für uns dieselbe Botschaft: Erkenne und anerkenne die Krise. Beobachte und stehe über der Krise - dann erheben wir uns über die Krise und beobachten die Gegensatzpaare. Wenn wir uns über die Gegensätze erheben, sehen wir, dass sie einander ergänzen. Wenn wir in den Gegensätzen gefangen sind, sehen wir zwei Gegner. Der eine sieht das Böse im anderen oder bezeichnet ihn gar als eine Verkörperung des Bösen. Der andere sieht die Unwissenheit.

Wir lesen Zeitung und sehen Nachrichten, weil wir uns Sorgen über einen möglichen Krieg machen. Leute sagen dann, diese Seite habe Recht und jene Seite sei im Unrecht. Andere sehen es umgekehrt. So wird die Menschheit in ihren Ansichten aufgeteilt. Auf der Gedankenebene trägt das dazu bei, dass sich ein Ereignis, das eigentlich vermeidbar gewesen wäre, manifestiert.

In dem Masse wie wir Fehler und Falsches in anderen sehen, beginnen sich die Fehler in uns anzusammeln. Das wissen viele Menschen nicht. Wenn wir Böses sehen und anerkennen, geben wir ihm keine Energie. Bei Bedarf weisen wir darauf hin. In den meisten Fällen beachten wir es nicht. Sehen wir die zugrundeliegende Göttlichkeit, dann bleiben wir in Kontakt mit dem Göttlichen.

Das Karma-Prinzip und Neutralität

Nichts geschieht ohne den göttlichen Willen. Manches Böse entsteht aus einem gewissem Karma der Vergangenheit, das uns nicht bekannt ist. Was immer wir erhalten, entspricht dem, was wir einst getan haben. Das Karma-Prinzip bringt das, was wir in der Vergangenheit gesagt und getan haben, im Laufe der Zeit zurück und wir haben eine entsprechende Erfahrung. Wenn uns jemand Böses antut, sollten wir nicht genauso reagieren. Die Unwissenden werden durch ihre eigenen Handlungen ihrem Schicksal begegnen, was Karma ist.

Als Wahrheitssucher oder Aspiranten besteht unsere Arbeit darin, die verschiedenen Seiten eines Themas zu kennen, zu wissen, auf welcher Seite wir stehen, und dennoch paradoxerweise neutral zu bleiben. Wir beobachten, sind leidenschaftslos und vorurteilsfrei. Eingeweihte leben dies vor. Sie sind tolerant und mitfühlend gegenüber den Unwissenden und lehnen niemanden ab. Sie bleiben neutral, während sie subtil Methoden unterstützen, die zu besserer Erkenntnis führen. Sie gelten als beispielhaft für die Annäherung der Dualitäten. Die Meister fördern aber keine Passivität gegenüber guten oder bösen Taten. Wir müssen das eine (das Gute) unterstützen und fördern und das andere (das Böse) schwächen und entmutigen. Wir entwickeln die Eigenschaften eines Soldaten, der Ungerechtigkeit erkennen und sich mutig dagegen wehren kann. Schüchternheit ist oft gefährlich. Die Meister möchten, dass wir mutige und tapfere Soldaten wie Upasika sind – dies ist der spirituelle Name, der Madame Blavatsky für ihre mutigen Taten und ihr feuriges Streben, die Weisheitslehren in den Westen zu bringen, verliehen wurde.

Unsere Aufgaben sind es, Licht hereinzurufen und weiterzuleiten, so dass entstehen kann, was harmonisch und gut für alle ist. Was neutralisiert werden muss, wird durch unser Ausstrahlen von Licht auf beiden Seiten neutralisiert. Auf diese Weise denken wir nicht in Richtig und Falsch, sondern wir werfen Licht auf beide Seiten. Je mehr wir das Licht sehen, desto mehr werden wir von lichterfüllten Wesen und Aktivitäten des Lichts angezogen. Gebete, die in Liebe und zum Wohle der Menschheit gesprochen werden, können die Tore des Himmels öffnen, um eine Situation zu normalisieren, und solche Gebete müssen mit grosser Wirksamkeit gesprochen werden. Regelmässige Gebete helfen auch, das Unkraut des Bösen aus dem eigenen Inneren zu entfernen oder es von einem Ort fernzuhalten.

Wenn wir uns immer mehr auf die Seele ausrichten und von ihr leiten lassen, gelangen wir über die Gegensatzpaare hinaus. Ein anderer Name für Seelenenergie ist ‘die Kraft der Liebe’. Liebe bringt alles zur Synthese. In der Synthese sehen wir, dass die scheinbaren Gegensätze einander ergänzen, und dieses Verständnis ist wahre und vollkommene Weisheit. Heute ist Synthese ein viel benutzter Begriff, der aber kaum in die Tat umgesetzt wird.

Samen der Zukunft

Die Aktivitäten von wichtigtuerischen und kontrollierenden Menschen sind manipulativ und destruktiv. Sie können ihre eigenen Manipulationen nicht erkennen, weil sie selbst verzerrt sind. Sie verbreiten Unwahrheiten, die sich schneller verbreiten als Wahrheiten. In der äusseren Welt ist das, was Wahrheit und Unwahrheit ist, kaum bekannt. Es kann nur von jemandem wirklich erkannt werden, der über Urteilsvermögen und Unterscheidungsvermögen verfügt.

Das Böse hat seinen Platz in der Schöpfung, doch wenn das Gleichgewicht der Schöpfung substanziell bedroht ist, kommt der Herr herab, um das Gesetz, das Dharma, wieder herzustellen. Deshalb beten wir zum Göttlichen, dass die Tür zum Übel geschlossen werden möge.

Die Mehrheit der Menschen ist nicht böse, sie ist schwach. Sie lassen sich von der ‘Mob-Mentalität’ mitreissen und folgen einfach, nur weil alle anderen folgen. Sie glauben meist dem Betrug und der Täuschung. Ein sehr kleiner Teil der Menschheit ist böse, ein grosser Teil ist schwach und ein sehr kleiner Teil der Menschheit ist weise.

Die Weisen informieren und drücken aus. Die Bösen beeinflussen, manipulieren, kontrollieren, lügen, verbergen die Wahrheit und kleiden sich in ein falsches Licht, um zu beeindrucken. Sie stellen Forderungen, fangen das Denken und Herz von Menschen, erobern die Schwachen und verursachen gar Blutvergiessen. Die Weisen können das nicht. Die Mittel und Wege der Bösen werden oft als stärker angesehen als die Mittel und Wege der Weisen. Aber es gibt die Gesetze des Lebens und der Natur, die im Laufe der Zeit den gegenteiligen Effekt haben. Das sind die Gesetze des Karma. Was die Bösen betrifft, die Verursacher von Unheil, so kommt eine Korrektur durch karmische Konsequenzen wie eine Flutwelle über sie und trifft sie hart. Die Bösen unterliegen der Zeit und dem Gesetz des Karma. Was sie säen, werden sie mit der Zeit auch ernten.

In der Zwischenzeit bereiten die Weisen Samen vor, damit sie, sobald die Krise und der Sturm abgeklungen sind, die richtigen Samen in die Köpfe und Herzen der Menschheit säen können. Die Gegenwart wird ihre eigenen Krisen erleben, aber die Samen der Liebe, des Lichts, der Intelligenz und der Wahrheit, die durch Krisen gesät und bewahrt werden, werden eine neue Ära einläuten. In der Zwischenzeit sollten wir die richtigen Samen für zukünftige Generationen sichern. Das ist die Vision der Hierarchie, die Jahrhunderte überspannt. So sehen sie es, und so säen sie, wann und wie sie säen. Wir säen mit ihnen die Samen des Lichts und der Liebe.

Verwendete Quellen: K.P. Kumar: The Seven Waves of Life. The Path of Human Evolution Dhanishta, Visakhapatnam, Indien (www.aquariusbookhouse.com). https://worldteachertrust.org/_media/pdf/en/the_seven_waves_of_life.pdf