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MEISTER MORYA
Teil 5 - THAKURS UND IHRE FESTUNGEN |
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Die bittere Erfahrung vieler Jahrhunderte lehrte sie, dass ihre einzige Rettung in Misstrauen und Vorsicht lag, ohne die ihre nationale Geschichte und ihre heiligsten Schätze unwiderruflich verloren gewesen wären. Politische Umwälzungen und muslimische Invasionen, die Indien so viele Jahrhunderte lang zerrissen und dieses Land bis in seine Grundfesten erschüttert haben, der alles vernichtende Fanatismus der muslimischen Vandalen und die katholischen Patres, die zu jedem hinterlistigen Vorhaben imstande waren, um Manuskripte sicherzustellen und zu vernichten – dies alles hat die Brahmanen mehr als gerechtfertigt.
Doch trotz dieser Zerstörungen, die im Lauf der Jahrhunderte geschahen, gab es in Indien an vielen Orten sehr große Bibliotheken. Der Zugang zu ihnen wirft ein helles Licht nicht nur auf die alte Geschichte Indiens, sondern auch auf die dunkelsten Probleme der universalen Geschichte. Einige dieser Bibliotheken, die mit unschätzbaren Manuskripten gefüllt sind, befinden sich im Besitz einheimischer Prinzen und Pagoden-Priester, die jenen Prinzen untertan sind, aber der größere Teil ist in den Händen der Jainas, der ältesten Sekte, und der Rajputana Thakurs.
(Die Thakurs haben in Indien eine Position inne, die jener der europäischen Feudalherren des Mittelalters gleicht. Nominell sind sie von ihren einheimischen regierenden Prinzen oder von der britischen Regierung abhängig. Aber de facto sind sie vollkommen unabhängig. Ihre Festungen sind auf unzugänglichen Felsen erbaut, und zusätzlich zu der offensichtlichen Schwierigkeit, dass man sie nicht anders als im Gänsemarsch erreichen kann, nehmen sie einen weiteren Vorteil in Anspruch: Sie sind durch unterirdische Gänge miteinander verbunden, deren Geheimnis jeweils vom Vater auf den Sohn vererbt wird. Zwei solcher unterirdischen Räume haben wir besucht. Einer von ihnen war groß genug, um ein ganzes Dorf umfassen zu können. Nur Yogis und eingeweihte Adepten – sowie ihren Eigentümern – wird der freie Zugang zu ihnen genehmigt. Es ist allgemein bekannt, dass nicht einmal Folter irgendjemanden von ihnen dazu verleiten würde, das Geheimnis zu lüften, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie sich selbst täglich Qualen zufügen.)
Die alten ererbten Festungen sind über ganz Rajasthan verstreut, so wie viele Adlerhorste auf den Felsgipfeln. Die Existenz der gefeierten Sammlungen in Jaisalmer und Pathana sind der Regierung bekannt, doch sie bleiben ganz und gar außerhalb der behördlichen Reichweite. Die Manuskripte sind in einer alten und lange vergessenen Sprache geschrieben. Sie ist nur dem Hohenpriester und seinen eingeweihten Bibliothekaren bekannt. Ein dicker Foliant gilt als so heilig und unantastbar, dass er an einer schweren goldenen Kette im Zentrum des Tempels von Chintamani in Jaisalmer, der Hauptstadt der Rajputhana-Wüste, befestigt ist. Nur bei der Ankunft jedes neuen Pontifex wird er abgestaubt und wieder zurückgelegt. Dies gehört zur Arbeit von Somaditya Sauracharya, einem in der Geschichte bekannten Hohenpriester, der vor der muslimischen Invasion lebte. …/ wird fortgesetzt
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"SIEBEN MAL SIEBEN DREHT SICH DAS RAD" |
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