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„Saturn”

von Dr. K. Parvathi Kumar

 

Sri K. Parvathi Kumar: Saturn 

Saturn ist der tiefgründigste aller Planeten. In den indischen Schriften wird er "der alte Herr" genannt. Durch ihn kommen Dinge auf uns zu, die wir nicht mögen, weil das, was wir nicht mögen, nichts anderes ist als unsere eigene Begrenzung. Akzeptieren wir sie, verabreicht er uns eine grössere Dosis. Wenn wir sie immer noch annehmen können, wir die Dosis noch stärker. Können wir dann irgendwann alles vollständig annehmen, freut er sich über uns und gibt uns an Jupiter weiter. Saturn entfernt die Mauern, die uns umgeben und die wir selbst durch unser eigenes Denken gebaut haben.

Aus dem Inhalt: Sein und Werden; Begrenzung-Schutzring; Wirklichkeit und Illusion; Überschreiten des Saturnringes; Das Gesetz des Annehmens; Der Zeitaspekt von Saturn; Saturntransite im Horoskop; Saturnisches Training; Regulierung durch Saturn; Die vier Kardinalpunkte; Das Gesetz der Pulsierung; Saturn und Karma; Saturnzyklus; Saturnaspekte beim Menschen.

Edition Kulapati, Deutschland 1999 - 2. Aufl.
ISBN: 3-930637-15-4
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Leseprobe:

Kap. 5: Das Gesetz des Annehmens (Auszug)

Auch der menschliche Zeitsinn unterliegt Saturn, und der Mensch muss aufgrund seiner eigenen Begrenzung warten. Wie oft sagen wir, dass wir zu spät oder zu früh kommen. Das gilt in bezug auf eine festgesetzte Zeit. Angenommen, wir wollen um 9 Uhr frühstücken. Wenn ich schon um 8.30 Uhr am Frühstückstisch sitze, dann bin zu früh. Um 9.30 Uhr bin ich zu spät. Ob wir zu früh oder zu spät sind, hängt von der festgesetzten Zeit ab. Ist kein Zeitpunkt bestimmt, gibt es auch kein Zu-Früh- oder Zu-Spät-Kommen. Dies tritt ein, wenn wir ein Ereignis erwarten, das zu einem bestimmten Zeitpunkt geschehen soll. Entsprechend dieser Erwartung findet die Verspätung statt. Ist keine Erwartung da, gibt es auch keine Verspätung. Das meint die spirituelle Aussage: „Es gibt nicht so etwas wie Verspätung oder Verzögerung."

Wann immer wir einem Ereignis mit einer Erwartungshaltung begegnen, wird es Verzögerung und Enttäuschung geben. Der Zeitsinn wird von Saturn regiert. Angenommen, wir sitzen hier und wollen über Saturn sprechen. Ein Mensch mit saturnischen Eigenschaften kommt herein, stört unser Gespräch und unsere Beschäftigung mit Saturn. Wir werden ärgerlich. "Warum kann sich dieser Mensch nicht richtig verhalten? Er stellt sich zwischen uns und unser Saturn-Thema." Wir müssen bedenken, dass dieser Mensch Saturn ist! Er stellt das saturnische Leben dar, wie es in Wirklichkeit ist. Es ist tatsächlich Saturn, der kommt, sich setzt und uns zeigt, was Saturn ist. So arbeiten die saturnischen Begrenzungen in uns, wenn wir voller Erwartungen sind.

Saturn lehrt uns das Gesetz des Annehmens. Akzeptiere das, was kommt. So wird der Zeitsinn von Saturn regiert, und der Mensch muss aufgrund seiner eigenen Begrenzungen warten. Saturn sieht, ob du gern wartest oder nicht. Wenn du nicht gern wartest, wird er dich länger warten lassen. So ist Saturn. \Nenn du gern wartest, wird er sagen: "Gut, du brauchst nicht zu warten." Er arbeitet immer vom gegenüberliegenden Winkel aus. Verzögerung, Enttäuschung und Hindernisse zeigen sich dem menschlichen Denkvermögen durch die Wirkung Saturns.

Nehmt an, wir fahren zum Flughafen, um mit Indian Airlines zu fliegen. Am Telefon sagt man uns, dass das Flugzeug vielleicht landen wird, vielleicht aber auch nicht. Am Flughafen erfahren wir, dass das Flugzeug mit drei Stunden Verspätung landen wird. Was werden wir in diesem Moment tun? Wir werden über die indische Fluggesellschaft schimpfen und alle möglichen Einrichtungen und Systeme kritisieren. Wir sind sehr empört, und durch unsere Kritik und Erregung werden wir geschwächt und fühlen uns erschöpft. Einem Kind ist es egal, ob das Flugzeug pünktlich oder mit Verspätung ankommt. Es wird solange im Flughafen spielen.

In Indien ist es ganz normal, dass ein Zug zwei oder drei Stunden Verspätung hat. Die indischen Bahnen sind ganz schlecht organisiert, und es kann schrecklich langweilig sein. Aber für ein Kind existiert die Verspätung nicht. Es spielt. Wenn ein Kind nicht spielt, dann ist es kein Kind. je mehr wir uns über die Verspätung ärgern, desto mehr spüren wir sie. Verbringen wir die Wartezeit mit Lesen oder Schlafen, existiert die Verspätung für uns nicht.

Wenn wir im Leben Fortschritte machen wollen, wird es unweigerlich auch Hindernisse geben. Reagieren wir verärgert, irritiert oder depressiv, dann zeigt das unsere Unfähigkeit, Situationen zu akzeptieren. Akzeptanz ist der positive Weg, um mit Saturn zu arbeiten. Akzeptieren wir eine Situation, wird Saturn die mentale Blockade auflösen. Wenn wir sie nicht akzeptieren, wird sich die mentale Blockade verstärken. Akzeptieren wir das, was unvermeidlich ist, bleiben wir eher im Einklang mit uns selbst. Lehnen wir eine Situation ab, dann setzen wir ihr Widerstand entgegen. Das führt zu Auseinandersetzungen und als Folge davon zu Energieverlust.

Verzögerung, Enttäuschung und Hindernisse zeigen sich dem menschlichen Denkvermögen durch die Wirkung Saturns. Es gibt Menschen, die nicht eine Minute warten können. Sie sind völlig ausser sich, wenn sie nur eine Minute warten müssen. Solchen Menschen wird mehr und mehr Warten auferlegt. Und sie leiden mehr und mehr darunter, dass sie warten müssen. Wenn wir das Warten akzeptieren, dann tritt ein Naturgesetz in Kraft, das veranlasst, dass wir überhaupt nicht mehr warten müssen.

 

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