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The
World Teacher Trust
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Buchvorstellung von Dr. K. Parvathi Kumar
5. Das Management in der Geschäftswelt
Ich frage mich, ob
heutzutage die Menschen ihr Geschäft managen oder ob sie von ihrem Geschäft
gemanagt werden. Die Menschen sind heute voll geschäftlichen Gedanken und
Überlegungen geprägt, obwohl es eigentlich anders herum sein sollte. Die
Manager glauben, sie hätten sämtliche Geschäfte in der Hand. In Wahrheit jedoch
werden sie von ihren Geschäften verrückt gemacht. Wer hat wen in der Hand? Das
ist die Frage. Was
geschieht, wenn Neulinge ins Geschäftsleben eintreten? Gutgesinnte Menschen,
denen an der Universität Wertesysteme vermittelt wurden, finden sich beim
Eintritt in das Berufsleben in einem Konfliktfeld wieder. Irgendwie müssen sie
einen Kompromiss schliessen zwischen den Werten, die sie gelernt haben und den
Werten, die im Beruf gelten. Aufgrund des Konfliktes ziehen sich manche Leute
schliesslich aus dem Geschäftsleben zurück, weil sie sich darin verloren fühlen.
Andere verlieren sich darin (im Sinne der menschlichen Werte) und gewinnen ...
? materielle Werte. Wiederum andere sind in der Lage, einen Mittelweg zwischen
beiden Extremen zu finden, ohne dabei ihre menschlichen Werte preiszugeben oder
sich vollständig kommerziellen Werten zu verschreiben. Sie probieren viel aus
und erreichen eine Ausgewogenheit, mit der sie ihre Geschäfte führen und
gleichzeitig bestimmte menschliche Werte erhalten. Das ist sehr
schwer, weil - wie ganz am Anfang erwähnt - die Ziele der Spiritualität und der
Geschäftswelt heute weit auseinander liegen. Solange die Geschäftsziele nicht
auf die höheren Werte des Lebens abgestimmt sind, ist es nicht möglich, diesen
Mittelweg zu finden. Spiritualität heisst, ein zufriedenes Leben zu führen.
Durch sie gewinnt man Zufriedenheit, Gleichgewicht und Ausgeglichenheit und
erreicht ein Stadium, in dem es einem nichts mehr ausmacht, wenn bestimmte
Dinge fehlen. Kommerzielle Motive orientieren sich am Ergebnis. Für einen
Geschäftsmann zählt nur, wieviel Gewinn oder Verlust er am Ende eines Tages
oder Jahres verzeichnet. So ist selbst bei den obersten Zielen ein
grundsätzlicher Unterschied gegeben. Daher sollten wir einen Weg suchen, wie
wir Gewinn machen können, ohne dabei habgierig zu sein und eifersüchtig im
Wettbewerb zu stehen. Entziehen wir uns dem Wettbewerb ganz, leidet vielleicht
das Geschäft darunter. Nehmen wir eifersüchtig am Wettbewerb teil, leiden wir selbst. Das ist die
Situation heute. Einmal
kam eine Gruppe von circa 12 Top-Versicherungsagenten zu mir. Sie waren die
besten der Stadt, und sie suchten nach einer Anleitung, um sich persönlich
weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihr Versicherungsgeschäft weiter
auszubauen. Nach einem Jahr war einer von ihnen der beste Verkäufer von Versicherungspolicen
in der gesamten Region und wurde an den Runden Tisch nach Amerika
eingeladen, weil er einen Umsatz von einer Milliarde mit Versicherungspolicen
erreicht hatte. Ein anderer aus derselben Gruppe war kläglich gescheitert. Der
eine, der in die Vereinigten Staaten eingeladen wurde, schrieb seinen Erfolg
den Lehren zu, die er erhalten hatte; der andere, der scheiterte, schrieb sein
Scheitern ebenfalls denselben Lehren zu. Worin liegt der Unterschied? Der Unterschied liegt in der Anwendung wie
in der Fähigkeit, eine ausgewogene Vorgehensweise zu entwickeln. Es ist sehr
schwer, spirituelle Werte mit dem Leben in der objektiven Welt zu vereinen.
Daher zogen sich viele spirituelle Menschen aus der objektiven Welt zurück, um auf ihre Weise Seligkeit zu
erfahren, doch sie verloren dadurch den Bezug zum täglichen Leben. Sri Aurobindo sagte, dass „diese
Menschen durch eine falsche Anwendung sehr leicht zum Opfer ihrer eigenen
Vorstellungen werden, weil sie sich durch den völligen Rückzug aus der Gesellschaft
eine Atmosphäre geschaffen haben, die vollkommen harmonisch ist und in der sie
ihr Leben zubringen. Sie sind keine wirkungsvollen Instrumente innerhalb der
Gesellschaft. Sie stehen praktisch abseits der GeseIlschaft. Doch unsere
Philosophie besagt, dass sich unser Kopf im Wald und unsere Hände in der
Gesellschaft befinden sollen." Das heisst, dass wir in unseren Gedanken
losgelöst und gleichzeitig hier wirksam tätig sein sollen, so dass wir ein
positives Instrument bilden und denen helfen können, die im Konflikt leben. Die
Situation ist schwierig, doch setzt sich diese Philosophie in der Geschäftswelt
immer weiter durch. Bedingt
durch den Konflikt in der Geschäftswelt werden heute allmählich
Managementmethoden entwickelt, die erfolgreichen Managern helfen, spannungsfrei
zu leben. Jeder Manager ist ein potentieller Kandidat für Diabetes,
Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Diese drei Krankheiten sind unter den Managern,
die Geschäftsverantwortung tragen, weit verbreitet. Management selbst heisst,
Lösungen in Konfliktbereichen herbeizuführen, gegensätzliche Standpunkte zu
vereinen und unter Einsatz von Strategien, Taktiken und Fähigkeiten die
gesteckten Ziele zu erreichen. Auf der oberen Managementebene sieht sich der
Mensch Herausforderungen gegenüber, und nach zwanzig Jahren ist ein
erfolgreicher Manager wie eine völlig ausgequetschte Zitrone, während er sich
gleichzeitig einen Namen als Business Manager gemacht hat. Im Laufe seines
Lebens hat er vielleicht viele andere wertvolle Lebensbereiche ausser acht
gelassen. Vielleicht hat er Schaden an seiner Gesundheit genommen und ist jetzt
nicht mehr brauchbar. Ein Herzinfarkt beispielsweise setzt seinem beruflichen
Aufstieg ein jähes Ende. In den zwanzig Jahren seiner Karriere steht er unter
Anspannung, weil er Ergebnisse vorweisen muss. Dieser Ergebnisdruck versetzt
den Menschen in einen Spannungszustand. Deshalb ist
eines der grundlegenden Konzepte der Spiritualität: "Arbeite, aber kümmere
dich nicht um die Ergebnisse." Doch es ist sehr schwierig, dieses Konzept
unter den heutigen Gegebenheiten zu verstehen. Wie kann man arbeiten, ohne sich
um die Ergebnisse zu kümmern? Diese Frage wird häufig von jungen Menschen
gestellt, die erst am Anfang ihres Lebens stehen. Für sie ist das richtig, aber
wenn man einen Manager fragt, der dreissig oder vierzig Jahre angestrengt im
'Management-Zirkus' verbracht hat, würde er antworten: "Zum Teufel mit den
Ergebnissen, gehe einfach deiner Arbeit nach, sei verantwortungsvoll, und die
Ergebnisse werden folgen." Es gibt auch Manager, die auf diese Weise tätig
sind. Wer hat also recht oder unrecht? Wie im Beispiel der zwei
Versicherungsagenten kommt es entscheidend auf die Tiefe des Verständnisses und
die Umsetzung in der Praxis an. Manche
Menschen sagen, dass sich nichts bewegt, solange man nichts tut. Andere sind
der Ansicht, dass die Dinge geschehen. Das Geschehen überholt das Tun, und man
kann ganz entspannt sein, während das Tun sich in ein Geschehen verwandelt. Für
die erstgenannten stellt letzteres ein grosses Paradox dar, weil sie diesen
Satz nicht verstehen. Aus demselben Grund werden auch die Aussagen in den
Schriften nicht richtig verstanden. Das liegt am fehlenden Verständnis und an
der fehlenden Erfahrung im Leben. Um ein Beispiel zu nennen: Wenn wir
Autofahren lernen, ist am Anfang unsere ganze Aufmerksamkeit auf das Fahren
gerichtet. Wir fahren mit Füssen, Händen, Augen, und selbst die Ohren sind so
auf das Fahren konzentriert, dass wir der Person, die neben uns sitzt,
verbieten, während der Fahrt zu sprechen, weil es uns stört. Wir fühlen uns
durch ihre Worte abgelenkt, und das könnte uns in eine missliche Lage bringen -
beispielsweise in einen Autounfall verwickeln. Wir sind beim Autofahren so
angespannt, dass wir das Fahren 'spüren', und es ist undenkbar, nebenbei zu
hören oder uns mit Freunden oder Familienangehörigen im Auto zu unterhalten.
Doch allmählich bekommen wir Erfahrung im Autofahren, und wie sieht es nach
zehn Jahren aus? Wir fahren einfach und hören gleichzeitig den Witzen zu, die
der Beifahrer im Auto erzählt. Worin besteht der Unterschied? Fahren wir oder
fahren wir nicht? Seht, wir fahren und fahren doch nicht. Wir fahren einfach,
jedoch nicht mehr so überaus angespannt, weil wir durch die ständige Übung eine
Selbstverständlichkeit im Fahren gewonnen haben. Solange diese Leichtigkeit
fehlt, sind wir angespannt. Wenn sich eine Selbstverständlichkeit im Handeln
eingestellt hat, lässt die Spannung langsam nach, und wir sehen zu, wie die
Dinge geschehen. Das Gefühl des Handelns lässt nach. Es ist nur das Gefühl, das
die Anspannung hervorruft, nicht die Arbeit an sich.
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